Andacht

Der Text der Woche

  • Debora (Richter 4; 5)

    Debora lebte in einer Zeit, in der die Menschen gerade sesshaft geworden waren. Staaten gab es noch nicht. Auch nicht Könige. Gab es Probleme zwischen den Sippen oder Familien, gingen die Menschen zu den Richtern. Richter in Israel waren lebenserfahrene, angesehene, kluge und fromme Männer. Aber auch Frauen! So wie Debora.

    Debora wohnt im Gebirge Ephraims, das für viele Menschen gut zu erreichen ist. Sie hört viel und weiß, was im Land vor sich geht. Denn von überall kommen die Menschen. Und sie weiß, im Norden will ein Mann ein mächtiges Königreich aufbauen.

    Sisera, der Heerführer von Jabin, König von Kanaan, ist so stark, dass er Israel mit Gewalt 20 Jahre lang bedrängt. Um jeden Preis will er sein Königreich. So wenden sich die Söhne und Töchter Israels an Debora zur Rechtssprechung. Debora weiß: Die Angst des Volkes hat ihre tiefste Ursache darin, dass es den Glauben an Gott, das Vertrauen auf ihn, verloren hat. In seinem Herzen ist das Volk Israel von Gott abgefallen, darum fürchtet es die Waffen von Sisera. Sie haben aufgehört auf Gott zu schauen. Und deshalb starren sie wie gelähmt in die Waffen des Sisera.

    Debora fordert daraufhin Barak, den israelitischen Heerführer auf, Israel für den Kampf zu rüsten, und zieht auf dessen Bitte hin mit ihm an den Ausgangspunkt des Gefechts auf den Berg Tabor. Sie sagt ihm: „Ich komme mit dir. Aber du musst wissen, dass der Sieg am Ende nicht dir, sondern einer Frauen gehören wird.“

    Die Schlacht wird geschlagen und der militärisch hochgerüstete Feind wird vernichtet. Denn Gott ist an der Seite der Israeliten. Sisera aber flieht. Er versteckt sich im Zelt von Jael, wo er denkt sicher zu sein. Sie richtet ein Lager für ihn ein und stärkt ihn. Sie wartet, bis er eingeschlafen war und schlägt ihm mit einem Hammer den Schädel ein. Vielleicht weil sie weiß, dass sich nichts ändern würde, wenn Sisera überlebt. Vielleicht vor Wut und Schmerz darüber, dass durch seine Hand viele Menschen gestorben waren. Für Israel kehrt daraufhin für 40 Jahre Ruhe ein.

Gedanken für die Woche

  • Klug und voll Gottvertrauen

    Debora ist eine krasse Frau, oder? Ich meine, abgesehen davon, dass sie ihren Glauben an Gott auch in verzweifelten Zeiten nicht anzweifelt, ist sie noch so viel mehr. Denn fällt dir jemand ein, der oder die fromm, mutig UND klug gleichzeitig ist? Ich kenne Menschen, die sind klug und fromm. Denen fehlt aber oft der Mut. Dann kenne ich Menschen, die sind klug und mutig, aber nicht wirklich fromm. Und dann gibt es noch die Menschen, die mutig und fromm sind, aber nicht gerade klug. Fällt dir jemanden ein, der all diese Eigenschaften in sich verkörpert? Ich glaube, diese Menschen sind selten. Aber es gibt sie. Wir müssen nur darauf achten und uns umsehen. Es gibt sie, die Menschen, die als Christ:innen nicht schweigen zu den Problemen dieser Welt. Die nicht aus Frömmigkeit aktuelle weltliche Fragen als Zeitgeist und fehlende Frömmigkeit abtun. Es gibt sie, die Menschen, die bei all dem ihren Glauben nicht verlieren und weitermachen für das, was der Glaube und die Bibel sie lehren.

    Debora, die Israeliten, war so ein Mensch. Während Männer Kriege führen, um ein Stück Land und Macht zu gewinnen, bleibt sie ruhig. Während das Volk nach langer schwerer Zeit das Vertrauen in Gott verloren hat und sich alleingelassen fühlt mit aller Not, hält sie an Gott fest, Zweifelt nicht. Hat Vertrauen darauf, dass es werden wird. Dass Gott nicht von seinen Menschen lässt. Debora lebt im Volk und sie leidet mit. Aber sie will nicht stumm leiden. Sie glaubt daran, dass es eine Hilfe gibt. Gott ist mit uns, sagt sie. Er streitet für uns. Er kommt zur Hilfe, wenn wir es brauchen. Die Waffen der Männer sind Schwerter. Die Waffe dieser Frau ist Vertrauen. Und sie schadet niemandem. Debora ist eine kluge Frau. Die Menschen vertrauen ihr. Und so kann sie mit ihrem Vertrauen auf Gott das Volk stärken. Debora ist mutig. Sie zieht mit in den Kampf und lässt sich nicht abschrecken.

    Was das mit uns zu tun hat? Im Sommer zwischen einem gefühlten Jahr Lockdown und einem ungewissen Herbst? Das mag ich nicht dir nicht sagen. Aus dieser Geschichte können wir so viel für uns persönlich herausziehen. Können uns mit Debora oder Jael identifizieren. Das Leben in die Hand nehmen, im Vertrauen. Kennen wahrscheinlich das Verhalten des Volkes Israels nur zu gut. Können in uns suchen, wann wir klug, fromm, mutig sind.

Segen für Dich